Wer bin ich?

 

      

 

                       

          

                    

    

                 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie ich heiße, weißt Du ja jetzt. Aber wie bin ich bei der Dosi gelandet?

Ich steckte in einer Jauchegrube. Nur der Kopf guckte noch raus, und ich ruderte verzweifelt mit den Beinen, um nicht unterzugehen. Ich war da reingefallen, weil ich vor Hunger keine Kraft mehr hatte, mich auf den Beinen zu halten. Alles tat mir weh, ich hatte viele offene Wunden und Prellungen. Die Menschen auf dem Bauernhof waren nicht nett. Oft wurde ich getreten, obwohl ich doch noch fast ein Baby war. Und während ich versuchte, in dem Jauchetrog nicht unterzugehen, tauchte eine Hand in den Bottich und hob mich heraus. Ich hatte Angst und habe erst mal feste gebissen. Aber ich hatte ein ganz blutiges Mäulchen und das Beißen tat weh. Und die Hand ließ mich  nicht los. Ich kam in eine Kiste, und die Menschen, die von der Katzenhilfe waren, brachten mich in ein Krankenhaus. Ich sah nicht aus wie eine Katze, sondern wie ein Klumpen Matsche. Die Tierärztin sagte, sie könne nichts mehr für mich tun und müsse mich einschläfern. Aber das haben die Menschen nicht erlaubt. Ich wurde unter fließendes Wasser gehalten, um den Dreck abzuwaschen, und erst jetzt sah man das Ausmaß meiner Wunden richtig. Ich hatte viele eitrige Abzesse, etliche Verletzungen durch Stacheldraht, Prellungen, einen dollen Schnupfen mit zugeklebten Augen, und außerdem Würmer und Milben und sonstiges Geziefer. Ich mußte im Krankenhaus bleiben und kam in eine große Box. Es gab regelmäßig was zu futtern und ich war ganz zufrieden. Nach ganz ganz langer Zeit wurde ich wieder abgeholt und zur Katzenhilfe gefahren. Dort mußte ich in die Quarantäne-Box. Alles war besser als dieser Bauernhof! Ich übte mit den Menschen laufen und springen, was ich nicht mehr konnte, weil ich so schlapp war. Eine von den Dosis hat mich immer auf den Arm genommen und  rumgetragen und mir erzählt hat, wie gerne sie mich mit zu ihr nach Hause nehmen würde. Das war die, die es nicht erlaubt hatte, mich einzuschläfern. Aber ich mußte erst noch kräftiger werden. Ich lernte einen kugelrunden schwanzlosen Kater kennen und wurde sein Freund. Schon bald konnte ich mit ihm herumlaufen. Das Spielen und Kämpfen mit ihm machte mich immer stärker. Auch die Dosi mochte ich jeden Tag noch ein bißchen lieber. Sie hat mir erzählt, dass ich bald viele neue Freunde haben würde. Ich wollte aber meinen Freund Dickes behalten. Deshalb hat sie nicht nur mich, sondern auch ihn mit in unser neues Zuhause genommen. Und sie nannte mich Sven Glückspilz.

Ja - so bin ich also zu meiner Dosi Dagmar gekommen bzw. sie zu mir. Über die ersten Tage in meinem neuen Zuhause könnt Ihr in meinem Buch lesen.